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Warum, Emma?

Mar 29, 2015

Ach, die Emma.
Feministisches Magazin, also prinzipiell prima. Aber manche Thesen muss man auch als feministisches Magazin nicht vertreten. Oder?
Was ich meine, ist eine dort erschienene Kolumne zum Thema des Germanwings-Absturzes. In dieser fordert die Autorin Luise Pusch eine Frauenquote in den Cockpits der Lufthansa. Eigentlich keine schlechte Idee, gerade, wenn besagte Quote momentan bei gerade einmal 6% liegt. Das ist suboptimal, gar keine Frage.
Genauso suboptimal ist aber die Argumentation, dass diese Quote deshalb notwendig ist, weil sie quasi automatisch das Risiko für “Selbstmord-“ oder “Amokflüge” verringern soll. Es mag sein, dass dieses bei Männern höher ist, aber als Lösung dafür mehr Frauen in die Cockpits zu setzen und die Verantwortung dafür quasi auf deren Schultern abzuwälzen, widerspricht meiner persönlichen Logik absolut.
Statt zu fragen, warum das Risiko bei Männern höher ist und ob das vielleicht am Berufsbild liegt, das Allheilmittel in der Frauenquote zu suchen, ist meiner Meinung nach Blödsinn.
Ich selbst bin große Freundin von “männerfreundlichem” Feminismus, was für mich bedeutet, Männern nicht prinzipiell die Schuld an allem zu geben, sondern zu fragen, was sie zu bestimmten Verhaltensweisen bringt. Erziehung ist ein großer Bestandteil persönlicher Handlungsmuster, also gilt nicht nur der Spruch “Don’t teach girls how not to get raped, but teach boys not to rape”, sondern auch “ Teach both girls and boys not to kill themselves.” Klingt das sinnvoll? Also für mich schon.
Eine Frauenquote hindert Männer nicht am Selbstmord, und gerade nach so einer Katastrophe sollte gerade diese Prävention doch eigentlich im Vordergrund stehen, oder?

Versteht mich nicht falsch, ein höherer Frauenanteil ist eigentlich in jeder Profession eine gute Idee. Aber dann auch bitte mit sinnvollen Begründungen.

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