#

Kultiviert und fehlplatziert

Apr 28, 2015

Hier sind ein paar Dinge, die man als Student*in ab und an tun sollte, um akademisch zu wirken:

Imgur

Jetzt ratet mal, was ich kürzlich gemeinsam mit der lieben Aleksa (die erfreulicherweise mein Schicksal, aus einem süddeutschen Kaff zu kommen, teilt) gemacht habe? Wenn ihr “all of the above” getippt hat, liegt ihr absolut richtig. Heute soll es allerdings speziell um den letzten Punkt gehen. Wir waren nämlich in einer Ausstellung. Und als wäre das nicht akademisch genug, ging es bei dieser Ausstellung auch noch um Feminismus. Um die feministische Avantgarde der 1970er Jahre, um genau zu sein.
Dafür fuhren wir an unserem freien Wochentag (diese faulen Studierenden, jaja) morgens zur Kunsthalle, zahlten unsere 6€ Eintritt und ärgerten uns im Anschluss, uns nicht einfach den Kunstmeilenpass für 15€ gekauft zu haben. Wenn ihr euch also im Verhältnis ziemlich Geld sparen und in ein paar mehr Ausstellungen gehen wollt, lasst euch dieses Teil ans Herz legen!
Imgur
Das ist übrigens Aleksa. Sie sieht sehr gut aus, wenn man sie vor gelbe Wände stellt. Wenn ihr gelb mögt, ist die Kunsthalle momentan eine Goldgrube für euch, da der Umbau dort unter dem Motto “Möglichst gelb” zu stehen scheint.
Imgur
Worum es hier aber eigentlich geht, ist die Ausstellung. Und die war ganz und gar fantabulös. Vielleicht muss man ein wenig einen Draht zu feministischem Gedankengut haben, um sie schätzen zu können, aber wer das so gar nicht kann, lebt auch irgendwie in 1704. Und obwohl wir mit unserer eher begrenzten Museumserfahrung wahrscheinlich nicht die kultiviertesten Besucherinnen waren, konnten wir ziemlich viel damit anfangen. Der Fokus der gezeigten Werke liegt stark bei Film, Fotografie und Performance. Obwohl ich persönlich nicht der größte Fan von Performance-Art bin, fand ich die in dieser Ausstellung gezeigten Beispiele teilweise absolut großartig. Lasst euch nicht von schwangeren Clowns mit Kondomgesichtern in Rollstühlen verunsichern, der Großteil macht wirklich großen Spaß!
Vor allem, wer auf Fotografie und auch experimentellere Ansätze selbiger steht, wird in dieser Ausstellung großen Spaß haben. Aleksa und ich haben über drei Stunden allein in dieser Sonderausstellung verbracht, was wohl Bände darüber spricht, wie umfangreich sie ist.
Imgur
Ich habe zum Beispiel meine neue Lieblingsfotografin dort entdeckt: Francesca Woodman. Sie ist mittlerweile unglücklicherweise nicht mehr am Leben, ihre Fotografien sind aber trotzdem ganz wunderbar. Wenn meine Selfies irgendwann die Qualität ihrer Selbstportraits erreichen, dann dürft ihr mir gratulieren.
Imgur
Wenn ihr euch selbst ein Bild von dieser Ansammlung künstlerischer Frauenpower machen möchtet, könnt ihr das noch bis zum 31. Mai 2015 in der Kunsthalle Hamburg tun.
Mein Fazit lässt sich ganz gut mit diesem Foto von einem der Werke ausdrücken:
“The people were enchanted.”
Imgur