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Eine Liebeserklärung an Hamburg im Frühling

May 20, 2015

Mensch Hamburg, bist du schön.
Die Sonne scheint dir auf deinen Winterdreck und ich trage endlich, zum ersten Mal in unserer (bisher noch recht kurzen) gemeinsamen Zeit keine Strumpfhosen, fahre mit nackten Beinen auf deinen Straßen Fahrrad und habe so gar kein Problem damit, dass dabei mein Rock in die Speichen gerät.
Auf dem Uniteich schwimmen die süßesten Baby-Entchen und am liebsten würde ich mit ihnen schwimmen.

Du und dein Frühling, Hamburg, ihr macht mich unvernünftig.
Ich gehe nicht mehr einkaufen, sondern ernähre mich von Luft, Liebe, Frozen Yogurt und Eiscreme und wow, meine Bikinifigur könnte mir nicht egaler sein. Du kannst das so gut, Hamburg, solche unvernünftigen Gedanken wecken, du eignest dich wie keine andere dazu, die beklopptesten Dinge zu tun. Die Sonne und du, ihr kitzelt das “YOLO”-Zentrum meines Hirns und ob das gesund ist, wird sich noch zeigen.
Aber Hamburg, ach Hamburg, all deine kleinen Dachfenster, aus denen man dich betrachten, all die Hauseingänge, aus denen man in die ungewohnte Helligkeit stolpern kann, Hamburg, das alles ist so verlockend. So verlockend, einfach dumme Dinge zu tun und danach grinsend ein Eis zu essen. Sich einfach durch deine Straßen treiben zu lassen und zu sehen, welches hübsche Eckchen du bisher unter grauer Tristesse versteckt hattest.
Du bist auch im Winter ganz wunderbar, Hamburg, aber der Frühling steht dir so viel besser. Dir und all den aufgekratzten Menschen auf deinen Straßen, die plötzlich so viel fröhlicher, so viel aufregender aussehen und in mir die Lust auf dumme Ideen wecken. Ganz ehrlich, Hamburg, in der Sonne sieht sogar der vielgehasste Phil-Turm schön aus, und wenn das nicht alles sagt, weiß ich ja auch nicht.
Es ist plötzlich wieder so hell und schön hier, ich möchte gar nicht mehr drinnen sein. Ich möchte tausend Dinge mit dir tun, Hamburg, von denen ziemlich genau null vernünftig sind. Und ganz, ganz wenig schlafen. Wozu gibt es Kaffee, wozu gibt es Mate, wenn da draußen diese schöne Stadt mit diesen schönen Menschen und dieser absolut überwältigend schönen Sonne liegt?
Ich möchte aus jeder einzelnen Mahlzeit ein Picknick machen, die plötzlichen Schietwetter-Schauer zu meiner Dusche erklären und einmal auf jeder deiner Fensterbänke sitzen, Hamburg. Ich möchte mit einer Rhabarberschorle in der Hand auf jedes einzelne deiner Dächer klettern, um dort knutschend den Sonnenaufgang zu beobachten und ich möchte jedes einzelne deiner bekloppten Bäder benutzen, Hamburg, um dann frisch geduscht den Fahrrad-Fahrtwind als Fön zu missbrauchen.

Hamburg, dein Frühling macht mich unvernünftig. Und das ist wunderbar. Dein Frühling macht mich glücklich und verrückt und verliebt. Verliebt in alle unvernünftigen Dinge. Und so lange die Sonne so wunderschön auf dich scheint, Hamburg, werde ich zu all diesen Dingen “ja!” sagen.

Winter wird es wieder früh genug.

(Wenn ihr solche Sachen gerne öfter lesen würdet: Ich bin jetzt auch bei Neon und dort landen solche Gedankenfetzen eher als hier! Fuchsliebe für euren Tag!)

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